Neue Ausstellung im Alpenstueck

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AMIRA FRITZ | WILD NOTHING

Amira Fritz wuchs auf dem Land auf, mit ihren Arbeiten kehrt sie immer wieder in die Natur zurück. In der Serie „Wild Nothing“ haben Menschen keinen Platz. Fast ist es, als sei die Zivilisation nie bis hierher gedrungen. Der Wald erscheint mystisch und abweisend, das Wasser glitzert eisig, das Unterholz wirkt undurchdringlich. Vielleicht genau deswegen üben Fritz’ tiefe und dichte Bilder eine eigenartige Anziehungskraft auf den Betrachter aus. Es ist etwas Hochromantisches in ihnen. Amira Fritz arbeitet nach wie vor analog und in der Dunkelkammer, Filter verleihen ihren Aufnahmen farbige Schleier, Doppelbelichtungen lassen sie verwaschen aussehen. „Wild Nothing“ lässt an Henry David Thoreau denken, an sein Werk „Walden oder Das Leben in den Wäldern.“ Dort heißt es: „Die Natur richtet keine Fragen an uns, und beantwortet auch keine, die wir Sterblichen an sie stellen. Ihr Plan ist schon vor langer, langer Zeit gefaßt“. Amira Fritz’ Fotos wissen von diesem Plan.

Amira Fritz wurde 1979 in Rosenheim geboren und studierte in Wien Fotografie. Beim Hyères Festival International de Mode et de Photographie 2008 errangen ihre Arbeiten die besondere Erwähnung der Jury. Fritz lebt und arbeitet in London und Berlin.

„Wild Nothing“ ist nach „ Unten Drunter“ die zweite Einzelausstellung in der Galerie für Moderne Fotografie

Text: Anne Waak